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Dalai Lama und Tibet,... eine kleine Polemik meinerseits

Erst kürzlich erhielt ich wieder eine Nachricht, dass China im Nachzug der Proteste vor den olympischen Spielen 2008 Todesurteile ausgesprochen und diese auch ausgeführt hat. Diese Nachrichten sind nicht selten und dennoch bin ich jedesmal wieder zutiefst erschüttert. Auch darum, weil sich nicht wirklich etwas verändert hat. Nach wie vor werden von der chinesischen Regierung Minderheiten wie Falung Gong- Mitglieder , Buddhisten oder Uiguren unterdrückt, werden verhaftet, gefoltert, getötet und, was zu vermerken wäre, von den meisten Regierungen wird darüber hinweggesehen. Ebenso wie Alte und Kranke nicht verschont werden, werden auch Kinder gefoltert. Auch dies habe ich vor kurzem aus den nachfolgenden Zeilen an mich erfahren. Wie schon so oft in anderen Fällen...

„Zwei nach Tibet zurückgekehrte Jugendliche schwer gefoltert =========================================================== Wie die chinesisch-sprachige Website www.boxun.com berichtet, wurden zwei tibetische Jugendliche, die im April aus dem Exil nach Tibet zurückkehren wollten, sofort, nachdem sie von Nepal kommend die Grenze überschritten hatten, von der chinesischen Polizei festgenommen. Die beiden hatten in Indien eine von der tibetischen Exilregierung geführte Schule besucht. Dagah und Tsultrim aus der TAP Dechen in der Provinz Yunnan hatten zuerst im Februar versucht, nach Tibet einzureisen, waren aber an der Grenze von chinesischen Patrouillen aufgehalten worden, die ihnen erklärten, daß es derzeit eine Einschränkung für die Einreise tibetischer Jugendlicher nach Tibet gäbe. Daher kehrten sie nach Kathmandu zurück und unternahmen im April einen neuen Versuch, wurden aber wieder von der Grenzpolizei angehalten, die beanstandete, daß ihre Einreiseerlaubnis bereits seit vierzehn Tagen abgelaufen sei. Die beiden wurden in ein Haftzentrum nach Shigatse gebracht, wo sie viele Tage lang von der Polizei vernommen wurden. Dabei wurden sie grausam gefoltert und mit elektrischen Schlagstöcken derart heftig geschlagen, daß ihre Genitalien und einige innere Organe beschädigt wurden. Die beiden hatten vor ihrer Abreise aus Nepal zuhause in Yunnan angerufen, um ihre Ankunft anzukündigen. Daher machten sich ihre Angehörigen, als sie nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt ankamen, auf die Suche nach ihnen. Schließlich konnten sie sie in dem Haftzentrum von Shigatse ausfindig machen. Dagahs Mutter wurde beim Anblick des erbärmlichen Gesundheitszustands ihres Sohnes ohnmächtig. Die Familie konnte schließlich durch ein Lösegeld seine Freilassung erwirken. Auch Tsultrims Eltern begaben sich zu demselben Zweck nach Shigatse. Dagah wurde in ein Krankenhaus in Kunming in Yunnan gebracht, wo er sich nur langsam erholt. Nach Auskunft der Ärzte ist seine Gesundheit aber dauerhaft geschädigt. Zufolge der oben genannten Website gibt es in diesem Haftzentrum noch andere Tibeter, die entweder bei dem Versuch aus Tibet zu fliehen oder bei ihrer Rückkehr aus dem Exil festgenommen wurden.“


Wie von vielen Kritikern der olympischen Spiele, die in China ausgetragen worden sind, vorhergesehen, hat sich nicht wirklich etwas bewegt, was man unter mehr Menschenrechten, Achtung und Respekt gegenüber den Minderheiten verzeichnen könnte. http://www.reporter-ohne-grenzen.de.

Jahrzehnte kämpfen die Unterdrückten um ihre Freiheit, ihre Kultur und ihr Land. Friedlich, versteht sich. Zumindest überwiegend. Ganz vorne der Dalai Lama, der eben diese Jahrzehnte die Menschen beeindruckt hat. Er, der wieder und wieder predigte, das Gewalt keine Lösung ist und der sich sicher bewusst darüber war und ist, dass er auch in einen Kessel unterdrückter Wünsche bittet.

Feige war er nie. Feige hingegen sind jene, die ihn noch nicht einmal empfangen, vor lauter Angst vor Konsequenzen in aussenpolitischer als auch wirtschaftlicher Hinsicht. Da wird der Dalai Lama erst eingeladen, dann wieder ausgeladen. Da scheut man sich in Deutschland selbst die tibetische Flagge in einigen Städten anzubringen - zum Jahrestag des Aufstandes am 10.März... Natürlich wäre das anders, wäre Tibet autonom und könnte zum Beispiel wirtschaftlich der Welt etwas bieten.

Lieber lässt man die politische Liga Chinas empfangen, die mit den eigenen Bejubelern im Diplomatenkoffer genau wissen, wie man Kritiker mundtot macht. Vor Kritikern hat man Angst und man scheut sich selbst nicht davor zur Frankfurter Buchmesse 2009 die Teilnahme chinesischer Autoren zu verhindern.

Man kann daraus erahnen, was es für ein schwieriger Weg für das Tibetische Volk war und ist, zu überleben und ihre Wurzeln zu wahren. Kinder, die ihre Eltern in Tibet zurück lassen mussten und heimlich über die Berge nach Indien flüchteten, tragen ihre verlorenen Wurzeln mit sich und können diese Eltern ihre Kinder jemals wieder in die Arme schliessen? Viele der Kinder kamen nie lebend im Exil an, da sie erfroren. Manche erfroren auch „nur“ ihre Beine oder Arme.

Der Dalai Lama, geboren 1935 in Takster, siedelte nach der Anerkennung als neue Inkarnation des Dalai Lama im Jahr 1939 nach Lhasa über. Als 1951 die chinesischen Truppen in Lhasa einmarschierten musste er nach Indien fliehen und lebt seit diesem Tag in Dharamsala, Nordwest- Indien.

1989 wurde ihm der Friedensnobelpreis verliehen.

In Angesichts des ganzen Unrechts muss man aufpassen, dass man nicht verbittert wird. Ähnlich geht es wohl den vielen Anhängern des Buddhismus. Tröstend ist wohl auch, dass es weltweit Mitgefühl und Verständnis gegenüber dem tibetischen Volkes gibt und dieses die Menschen auch zum Ausdruck bringen, wie zum Beispiel der Neusser Künstler Anatol Herzfeld. Auf dem riesigen Gelände der Hombroicher Museumsinsel hat er sein Atelier und ringsherum seine Kunst ausgestellt. Auch mit der Problematik China-Tibet hat er sich befasst und dies dargestellt.

Immer suchte der Dalai Lama nach Lösungen, wollte Kompromisse eingehen. Brachte Denker, Wissenschaftler und Dichter an einen Tisch, um zu debattieren; um über die Probleme der Welt zu diskutieren. Offen nach allen Seiten blickte er über den Tellerrand und tat seine Meinung kund.

Tibet ist nur ein Beispiel davon, was weltweit an Ungerechtigkeit und Menschenrechtsverletzungen passiert. Es zeigt uns, woran noch gearbeitet werden muss. Welche Probleme es gibt. Allumfassend wäre zu sagen, dass man das Tibetproblem als Beispiel nehmen kann, um darüber zu sinnen, wie weit der heutige Humanismus entwickelt ist. Das Hinterfragen der Strukturen des einzelnen Individuum, als auch der Gesellschaftsstrukturen und Machtorgane bedeutet auch Missstände aufzudecken und daraus sich ergebende Lösungen zu finden.

Was für eine Chance hat die Weiterentwicklung des Humanismus in der heutigen Zeit, und in Zukunft?
Sollten wir um diese Chancen fürchten, wenn man auf die immer grösseren Probleme der Menschheit schaut – wie zum Beispiel Wasserknappheit, sich ausbreitender Hunger und wachsende Armut? Die Gefahr von militärischer Gewalt wächst, Krisenherde brodeln... Doch... wir wären keine Menschen, würden wir nicht an die Menschlichkeit in uns glauben.

Oft scheitert die Umsetzung einer theoretischen Lösung an der Praxis. So ist die Theorie der Abspaltung und völlig autonomen Landes der Tibeter theoretisch eine interessante Lösung, würde aber in der Praxis nicht funktionieren und käme eines neu entstandenen Krisenheerdes gleich. Besser wäre eine beschränkte Automie.

Freilich genoss vor 1950 als die Chinesische Besatzung begann, das Land Tibet eine vollständige Autonomie,besass eine eigene Währung, was ein handfester Beweis dafür ist, dass ein Land unabhängig existierte, und das an die 1000 Jahre lang, was jedoch die Chinesische Besatzung bis heute bestreitet.

Im Land China brodelt es schon lange. Chinesen, die sich nicht länger bevormunden lassen wollen, die die ständige Überwachung leid sind, die mehr Rechte und Freiheit fordern.

Bleibt die Hoffnung...

Werke des Künstlers Anatol Herzfeld

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